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„Wir können alle anpacken…“

Gedanken zur Fußball-EM

Im Gemeindehaus und einmal in der Aula der Heinrich-Schickhardt-Schule haben viele von uns mit der deutschen Mannschaft bei der Fußball-EM mitgefiebert. Es war immer eine sehr nette Atmosphäre. Und ich denke, wir alle haben neben „unserer“ Mannschaft auch dem Trainer, Julian Nagelsmann, viel Respekt gezollt. Meine Sympathie für ihn gipfelte in seinem Statement bei der Pressekonferenz nach dem DFB-Aus gegen Spanien. Mit Tränen in den Augen forderte er dazu auf, die positive Sommerstimmung rund um die Nationalmannschaft jetzt auch in den Alltag fortzutragen: „Ich glaube, wir können alle anpacken, dass es nicht so traurig ist, wie es gerade wirkt und nicht alles schwarzgemalt werden muss, wie es gerade schwarzgemalt wird. Man kann immer Probleme sehen – und wir haben Probleme im Land. Man kann aber immer von Lösungen sprechen“, so Nagelsmann. Er wählte ein alltägliches Beispiel. „Wenn ich dem Nachbarn helfe, die Hecke zu schneiden, ist er schneller fertig.“ Anpacken, gemeinsam. Mit Freude. Das solle das Motto für alle sein.

Ich muss sagen, ich war sehr positiv überrascht über seine Worte, hat er sich doch nicht nur allein zum sportlichen Abschneiden der deutschen Mannschaft geäußert, sondern hat darüber hinaus wertvolle Worte an die ganze Nation gerichtet.

Ich denke, wir alle, die wir gerne Sport treiben, wissen von der positiven Wirkung des Sports, nicht nur für die Gesunderhaltung unseres Körpers. Wir zehren auch von vielen positiven Gemeinschaftserlebnissen in der Mannschaft oder der Gemeinschaft der Mit-Sporttreibenden, von Zusammenhalt und ausgelassener Freude bei Erfolgen. Aber auch das gehört zum wertvollen Lernen im Sport, mit Niederlagen umzugehen, sich gegenseitig zu stützen und immer wieder mit neuem Mut sich den Herausforderungen zu stellen. Insofern kann der Sport Vorbildcharakter haben, ganz im Sinne von: „Wir können alle anpacken.“

Aber ehrlicherweise kennen wir auch das andere: Kaum haben die Deutschen verloren, gab es auch schon Hasskommentare. Und der Spanier, dem das Missgeschick passierte, mit der Hand den Ball im Strafraum abzufälschen, wurde ab da bei jeder Ballberührung vom Publikum ausgebuht, er, der ja eigentlich nichts für den nicht gegebenen Elfmeter konnte, war es doch eine Schiedsrichterentscheidung.

Ja, der Sport kann uns helfen, dass wir lernen „gemeinsam anzupacken“, aber er reicht nicht aus, dass wir das auch schaffen. Wir brauchen noch die Kraft Gottes, seinen Spirit, damit wir das auch von Herzen mittragen und wir nicht im nächsten Moment doch wieder nur an uns selber denken. Gottes Liebe ist die Basis für unsere Liebe untereinander. Weil unser Gott uns liebt, ist dies Aufgabe, Kraftquelle und Ansporn zugleich, dass auch wir seine Liebe in unserem Alltag umsetzen, sodass wir es auch schaffen, dass wir „alle anpacken können“, diese Welt etwas menschlicher zu gestalten.

Mit lieben Grüßen, Tobias Schart

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